Präsentation der AGSP ans Zentral-Komitee des SFV
Bern, den 29. September 2001
Sehr geehrte (er)
Herr Präsident
Herren der Geschäfts-Leitung
Herren des Zentral-Komitees
Die AGSP wurde im Winter 1990/91 gegründet. Sie vereint 4 Genfer Fischer-Vereine. Zusätzlich sind ihr 60 Einzel-Mitglieder angeschlossen. Insgesamt besteht die AGSP aus 120 Fischer. Seit seiner Gründung hat sich die AGSP imrner bemüht, die ziele anzustreben die ihr von den Statuten her vorgegeben sind, nämlich:
. Die AGSP hat zum Ziel, die Genfer Fischer zu vereinen und damit
die Fischerei zu fordern.
. Sie kämpft für die Erhaltung oder die Wiederherstellung der natürlichen Bestande der
heimischen Fischarten.
. Sie fordert eine Praxis und eine Ethik der Fischerei, die respektvoll der Umwelt gegenüber steht.
. Sie setzt sich mit allen nötigen legalen Mitteln dafür ein, dass
uns die Wasser-Welt erhalten bleibt.
. Sie fördert eine effiziente und auf langzeitlich ausgerichtete Besatzung im See und in den
Flussläufen.
. Sie fordert die Freizeit-Fischerei für die Jungen.
. Sie unterstützt die Einrichtung von Fisch-Teichen.
. Sie ermutigt und unterstützt jegliche Aktion seitens der Politk oder der
Behörde, die eine Verbesserung der Wasser- und Lebenraum- Qualität zum ziel haben.
BILANZ
Seit deren Gründung hat die AGSP nicht gezögert, sich mit den
Umweltschutz-Verbänden zu erigagieren. In einem Kanton, wo die Jagd vor über 15 Jahren vom Volk abgeschafft wurde
(kantonale Verfassungs-Initiative des WWF's Genf) , galt es in diesem Sinne aktiv zu sein statt zu
erdulden.
Wir haben deshalb in diesen Kreisen den Standpunkt der Fischer klar und deutlich aber
höflich debattieren konnen.
Resultat: Die AGSP ist dadurch zu einem wichtigen und glaubwürdigen Partner geworden, der
fähig ist, die kantonale Politik zugunsten der Gewässer und der Fischerei zu beeinflussen. Die
leitenden Fischer in der AGSP werden von der PRO-NATURA und dem WWF regelmässig
angesprochen, wenn es um die Flussläufe und deren Fischwelt geht.
Die AGSP ist in den behördlichen Gremien vertreten. lm Rahmen der Genfer-Fischerei-Kommission (GFK) leistet die AGSP grosse Arbeit zusammen mit den 2 ehemaligen Mitgliedern der FGSP (die Herren
Hayoz und Reiter) und zwar mit dem Ziel, die Situation der Fischerei in unserem Kanton zu verbessern, aber auch gleichzeitig die
verschiedenen fischereilichen lnteressen oder Tendenzen zu respektieren Unsere Vertreter engagieren sich aktiv
für Aufgaben, die in den Unter-Kommissionen der GFK behandelt werden (z.B. Besatz-Politik, Fischerei-Reglemente, Vorentscheide etc.) .
Resultat: Die Vorentscheide und die Entscheidungen der GFK sind von den Behorden
befolgt und die AGSP ist von den politischen und administrativen Behorden als
glaubwürdiger Partner akzeptiert.
Auf Ansuchen der AGSP würde sie verschiedentlich von
zuständigen parlamentarischen Kommissionen angehört. Sie hatte dann die Gelegenheit, ihren Standpunkt über projektierte
Gesetze zu vertreten, welche die Fischerei und deren Habitate betraf.
Resultat: Auf unsere Anliegen wurde gehört, und die Gesetze wurden entsprechend abgefasst.
lm Jahre 1994 hat die AGSP ein kantonales Besatzungs-Konzept publiziert,.dessen
Prioritäten auf jeden Flusslauf abgestimmt sind. Resultat: Die Behörden haben mehrere von den darin enthaltenen
-Vorschläge übernommen. Der
spektakulärste davon war die Abkehr vom Besatz von tonnenweise fangfähigen Fischen (Bachforellen und früher noch
Regenbogen-Forellen), eine Praxis, die ein illusorischer Gewinn für die Genfer
Fliessgewässer darstellt.
Die AGSP hat sich seit seiner Gründung für die Förderung der Fischerei bei den Kindern
eingesetzt. ln Zusammenarbeit mit dem Erziehungs-Departement sind 25 Tage aufgewendet
worden, um über 200 Schulkindern eine Einführung in die Fischerei zu bieten.
Zusätzlich wurden im 2000 und 2001 den Kindern je ein Tag für die Fischerei auf dem Genfer-See geboten.
Resultat: Wir wirken konkret mit, die Kinder für die Fischerei und Umwelt zu sensibilisieren.
Bemüht um Information und Kontakt mit allen Genfer Fischer, mit
dem Behorden und dem SFV, publiziert unser Verband dreimal jährlich ein Bulletin unter dem Namen "INFO-PECHE".
Resultat: Mit einer Auflage von 600 ist unsere zeitung heute bei der dreissigsten Nummer
angelangt. Gelesen und geschätzt, sogar über die Kantonsgrenzen hinaus, stimuliert unsere
Publikation die Kontakte mit der Lokalpresse und trägt dazu bei, die Bevölkerung
für die fischereilichen Interessen zu sensibilisieren.
Die AGSP hat eine Petition mit 500 Unterschriften beim Grossrat eingereicht mit der Bitte, einen Fliegenfischer Parcours zu be- willigen.
Resultat: lm Mai 2000 wurde dieser Parcours von über 1 km am ALLONDON eingerichtet mit einer differenzierten
Bewirtschaftung (auf Probe für 3 Jahre!}
Urn den Fischerei-Druck auf gewisse Flüsse zu reduzieren, jedoch ohne eine gewisse Kategorie von Fischern zu entrnutigen, hat die AGSP den Besatz von
Regenbogen-Forellen in geschlossenen Gewässern unterstützt.
Resu1tat: Der Fischweier "Les Bouvières" ist seit dern
Frühling 2001 im Betrieb und hat Erfolg.
Bei der AGSP'haben wir Fischer, die sich für die Erhaltung der
Umwelt welche sie benützen einsetzen.
Resultat: Drei der vier an unserem Verband angeschlossenen Fischer-Vereine haben mit dem
Staat und der GFK formelle Vereinbarungen getroffen, die ihnen die Ver-ntwortung zur Betreuung von
Aufzucht-Bächen übertragt. Dies gemäss der im Jahre 1999 verabschiedeten Aenderung des Fischerei-Gesetzes.
Zusätzlich hatte sich eine Gruppe Einzel-Mitglieder des Verbandes gebildet, die eine ähnliche Vereinbarung getroffen hat zwecks Bewirtschaftung und Unterhalt zweier Fisch-Bächen.
Die Fischer der AGSP sind bei den Fischgründen sehr
präsent und zählen etwelche Spezialisten (Feuerwehrsleute, Biologen und Techniker)in ihren Reihen, die diverse Kompetenzen vereinen und
nützen zur Erhaltung der Fischèrei und der Flussläufe.
Resultat: Wenn Eingriffe in unseren Flussläufen stattfinden müssen, helfen unsere Mitglieder den
behördlichen Stellen oder deren Beauftragten. Z.B.: Begleitung/Mithilfe bei elektrischem Fischen
zwecks kantonaler Bestandesauf nahme (Sommer 2000, siehe Info-Pêche) oder ganz
kürzlich bei der Pollution des Allondons am 28.8.2001.
Am 15.9.01 hat die AGSP mit 3 französischen Fischerei-Vereinen die
Säuberung eines transnationalen Flusses organisiert.
Resultat: Eine Zusammenkunft wird mit diesen franz. Vereinen im kommenden Oktober stattfinden mit dem Zweck, eine .regionale Bewirtschaftung "Pays de Gex"
aufzustellen.
UNSERE ZIELE FUER 2002
Genf besitzt knapp 100 km Flussläufe, die für die Fischerei günstig sind. Dies ist offensichtlich ungenügend. Die AGSP wird sich deshalb im 2002 für folgendes einsetzen:
. Wieder-Oeffnung eines seit 20 Jahren geschlossenen Flüsschens, AIRE
. Oeffnung für die Fischerei eines seit 30 Jahren in "Reserve"
belassenen Abschnittes der VERSOIX.
. Verlängerung der Fischerei-Periode für den Fischweier "Richelien" .und dessen
regelmässigen Besatz mit Fischen von fangfähiger Grosse.
. Die Möglichkeit zu erhalten, in einem Grenzflüsschen zu fischen (dem FORON
- das Flussbett gehort zu Frankreich!) , das unter dem schweiz./franz. Renaturierungs-Vertrag steht.
Schlussendlich liegen uns einige andere Projekte am Herzen:
. Einrichtung eines neuen Fischweiers (La Touvière) .
. Gegenrecht mit den welschen Kantonen, d.h. keine höheren Patengebühren zwischen Kantonen, sofern der Fischer im Domizil-Kanton das Patent
gelöst hat.
. Harmonisierung der Fischerei-Reglemente zwischen der Schweiz und Frankreich bei
Grenzflüssen.
Es ist bestimmt wichtig zu erinnern, dass die AGSP den Wunsch
geaussert hat, der SFV rnöge eine Entscheidung treffen zur Situation mit der jetzigen Genfer-Vertretung. Eine Bereitschaft des SFV zur Aufnahrne der AGSP starkt
das Kornitee und begünstigt deren Verabschiedung irn Rahrnen einer General-Versammlung.
Abschliessend ist zu erwahnen, dass sich die AGSP seit seiner Gründung urn die Mitgliedschaft beirn SFV bernüht hat. Es geht uns urn die
Anerkennung auf nationaler Ebene und GEwinnung von Legitirnität. Gleichzeitigwürde uns der SFV. unterstützen konnen, wenn es urn wichtige Anliegen geht.
Die Kontakte mit dern SFV würden künftig unsere Einsatzfreudigkeit noch verstärken zugunsten der Genfer Fischerei, zurn Wohle der
Fischer und der Gewässer.
Wir danken für die Aufmerksamkeit
Für die AGSP: Maxime Prevedello, Prasident
Jacques Lang, Sekretar
Beilagen: Organigramm AGSP/Zeitungsabschnitte